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Haltung von Landschildkröten im Terrarium

Landschildkröten im Terrarium

Ist die dauerhafte Haltung von Landschildkröten im Terrarium möglich, auch wenn kein Garten vorhanden ist?

Gerade in Berlin wird häufig die Frage gestellt, ob man Landschildkröten auch dauerhaft im Terrarium halten kann, da kein Garten vorhanden ist. 

Landschildkröten im Terrarium

Landschildkröten im Terrarium

Grundsätzlich sind meine Erfahrungen, dass die Pflege der Landschildkröten im Terrarium – auch ohne Garten – möglich ist, wenn noch ein Balkon, eine Terrasse oder etwas ähnliches existiert, so dass die Tiere im Sommer auch direktes Sonnenlicht “tanken” können.  

Ansonsten ist das Terrarium immer als Kompromiss zu sehen. Wer sich hierfür entscheidet, muss sich wesentlich mehr mit den Lebensgewohnheiten und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere befassen, als ein Halter mit einem Freigehege. Diese natürlichen Gegebenheiten sollten sich möglichst genau im Terrarium widerspiegeln, damit man nicht Gefahr läuft, dass die Landschildkröten langfristig darunter gesundheitlich leiden müssen.

Terrarium für Landschildkröten

 1. Terrarium – Größe

 Für kleine Landschildkröten muss das Terrarium noch nicht allzu groß sein. Jedoch benötigen zwei ausgewachsene Landschildkröten mit einer Größe von jeweils ca. 25 cm bereits eine Terrariengröße von ca. 2 Quadratmeter (z.B. 2 Meter lang und 1 Meter breit). Für jedes weitere Tier sollte dann auch mindestens ein halber Quadratmeter an Terrarienfläche hinzugerechnet werden.

 

 

2. Terrarium – Bodengestaltung und Einrichtung

Für den Boden eigenen sich Substratgemische aus Sand und Gartenerde (natürlich ungedüngt) oder auch aus Rindenmulch. Der Boden sollte feucht (jedoch nicht nass) gehalten werden und die Landschildkröten sollten sich eingraben können. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Einrichtung: eine kleine Höhle bzw. Bepflanzungen als Versteck, eine flache Wasserschale, eventuell etwas zum klettern … 

 

 

3. Terrarium – Lüftung

Damit die Landschildkröten ausreichend Luft bekommen und kein Hitzestau auftreten kann, sollte im oberen Bereich eine größere Lüftungsöffnung (z.B. Lochplatte) vorhanden sein. Auf jeden Fall muss auf Zugfreiheit geachtet werden.

 

Video: Testudo graeca aus dem Onlineshop: www.awe-terraristik.de 

4. Terrarium – Beleuchtung

Die richtige Beleuchtung ist ein eigenes Thema für sich. Gerade auf diesem Gebiet reagieren die Landschildkröten sehr sensibel. Die Beleuchtung sollte die natürlichen Gegebenheiten bestmöglich widerspiegeln. Es ist daher ein Licht mit einem möglichst hohem UV-Anteil zu wählen. Hier gibt es im Handel spezielle Leuchtstoffröhren für Reptilien.

 

 

Die Intensität kann ferner durch die Wahl eines Reflektors deutlich erhöht werden. Bei Neuanschaffung von Leuchtstofflampen empfiehlt es sich die neuen T5-Röhren zu verwenden. Diese bringen bei gleichem Stromverbrauch eine wesentlich stärkere Lichtleistung.  

 

 

5. Terrarium – Wärmezufuhr

Bei Bedarf muss durch die notwendige Wärmezufuhr durch eine Wärmeplatte oder durch Wärmestrahler erfolgen. Aber Vorsicht – die Tiere sollen nicht “gegrillt” werden. Temperaturen über 40 °C sollten nicht überstiegen werden.

 

 

Programmierbare Schaltuhren sorgen für den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus hinsichtlich der Beleuchtung und des Temperaturverlaufs im Terrarium.

 

 

6. Terrarium – Besonderheiten in der Fütterung

 Während sich die Tiere im Freigehege selbst entscheiden können, wann sie sich in die Sonne legen und wann sie in den Schatten gehen, ist dieser Rhythmus im Terrarium technisch vorgegeben und immer konstant.

 

 

Analog verhält es sich mit dem Futter. Die Tiere können nicht frei entscheiden, was sie fressen möchten. Sie sind auf die Futtergaben angewiesen. Auch zu reichhaltiges Futter kann zu gesundheitlichen Folgeschäden führen. Analog kann es in Terrarienhaltung erforderlich sein, Vitamine und Kalzium zusätzlich zu verabreichen. Die Gefahr liegt auch hierbei wieder in der Überdosierung dieser Zugaben.

 

 

 

7. Winterruhe

Auch Landschildkröten im Terrarium benötigen eine Winterruhe für ihren natürlichen Biorhythmus. Hier ist vor Beginn der Winterruhe eine abfallende Terrarientemperatur im Herbst zu simulieren.  

 

 Fazit:

Auch wenn kein Garten vorhanden ist, kann die Haltung von Landschildkröten möglich sein. Versuchen Sie den Landschildkröten jedoch so oft wie möglich, den Zugang zu natürlicher Sonne zu gewähren. Das Terrarium muss vergleichsweise groß sein und benötigt eine sehr gute technische Ausstattung, um annähernd den Ansprüchen von Landschildkröten gerecht zu werden.

 

 


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