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Winterruhe bei Landschildkröten

Winterruhe für Landschildkröten - Foto: dassi87/pixelio.de

Winterruhe für Landschildkröten - Foto: dassi87/pixelio.de

Die Winterruhe ist für die Landschildkröten ein notwendiges “Übel”. Man kann es vielleicht mit dem erforderlichen Schlaf in der Nacht vergleichen. Dieser wird einfach benötigt, um am nächsten Tag wieder “fit” zu sein.

Landschildkröten geht es mit der Winterruhe ähnlich. Der Organismus hat sich im Laufe der Evolution darauf eingestellt, dass es im Winter zu kalt ist und nicht genügend Nahrung im Angebot ist. Also werden die Körperabläufe “einfach” stark verlangsamt. Stoffwechsel, Herzschlag und Atmung werden reduziert und die Tiere überwintern in einer Art Winterruhe (oftmals auch nicht ganz korrekt als Winterschlaf bezeichnet).

Im nächsten Frühjahr sind die Tiere “ausgeruht” und wieder voller Energie.

 

Zeitraum für die Winterruhe 

In unseren Breitengraden haben die Landschildkröten eine natürliche Winterruhephase von Oktober bis Ende März. Sind die Schildkröten noch sehr jung oder möglicherweise nicht kräftig genug, so ist es empfehlenswert die Winterruhe vorzeitig zu beenden. Gleiches gilt, wenn der Winter ungewöhnlich lang anhält oder er vielleicht sogar zu mild für einen durchgehenden Winterschlaf ist.

Als Faustregel können grundsätzlich etwa 3 bis 4 Monate als guter Zeitraum angesehen werden. Hin und wieder sollte jedoch überprüft werden, ob die Tiere wirklich noch ruhen. Wer es genau wissen möchte, der kann die Tiere regelmäßig wiegen (am besten mit der “Schlafbox” – um die Tiere in ihrer Winterruhe nicht zu stören). Zehn bis Fünfzehn Prozent Gewichtsverlust während der Winterruhe sind absolut im Rahmen.

Als günstig erweist es sich, wenn die natürliche Witterung im Herbst genutzt wird. Das bedeutet, dass die aktive Phase der Landschildkröten nicht durch künstliche Beleuchtung oder Beheizung verlängert wird. Die Landschildkröten nutzen so den natürlichen Rhythmus: Wenn es kälter und dunkler wird, stellen sie automatisch ihre Aktivitäten ein. Sie fressen weniger, nehmen immer seltener ein Sonnenbad, vergraben sich viel häufiger (und tiefer), bleiben in ihrer Behausung und haben insgesamt viel weniger Appetit.

 

Bewährte Vorbereitung zur Winterruhe

  • Die Tiere 2 bis 3 mal an verschiedenen Tagen bei lauwarmen Wasser baden, so dass sie ihren Darm entleeren und nochmals etwas trinken können.
  • Nicht mehr zuheizen bzw. Temperaturen herunterfahren, so dass Temperaturen von unter 18 °C bzw. unter 16 °C am Tag erreicht werden. In der Nacht können die Temperaturen noch stärker absinken ( … dennoch auf Frostfreiheit achten!)
  • keine künstliche UV-Bestrahlung

 

Unterbringung der Tiere während der Winterruhe

Zur Unterbringung der Landschildkröten gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Am günstigsten erweist sich ein Freiraum – beispielsweise ein frostfrei (!) gehaltenes Gewächshaus – indem sich die Tiere selbst eingraben können und im Frühjahr selbst wieder erwachen können. Eventuell kann der Ruhebereich zusätzlich auch mit einem großen Laubhaufen überdeckt werden.
  2. Überwinterung im Freiland - in einer Kiste, die bis in den frostfreien Bodenbereich eingegraben wird. Möglicherweise kann noch ein großer Laubhaufen oberhalb der Eingrabungsstelle aufgebracht werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass keine hungrigen Raubtiere (Füchse, Ratten, Marder etc.) die Schildkröten ausgraben und verspeisen können.
  3. Behälter (Holzkisten, Stiegen, eventuell Einkaufskisten oder Wäschekörbe – sofern die Tiere nicht herausklettern können oder beim Klettern auf den Rücken fallen können): Diese Behälter sollten recht groß sein - ca. 70 cm im Durchmesser. Als Füllung der Kiste eignen sich Laub (am besten Buchenlaub), Torfmoos, Rindenhäcksel eventuell auch etwas Gartenerde oder Sand. Das Ganze sollte den Tieren die Möglichkeit geben, sich einzugraben. Es sollte etwas feucht sein, aber nicht zu feucht. Dieser Behälter sollte unbedingt auch belüftet sein.
  4. Die ungünstigste Variante: Unterbringung im Kühlschrank. Der Nachteil dieser Lösung ist vor allem darin zu sehen, dass die Tiere nur in sehr kleinen Behältern untergebracht werden können und dass unbedingt auf ausreichende Luftzufuhr geachtet werden muss. Das bedeutet, dass die Kühlschranktür regelmäßig zu öffnen ist. Achtung: Landschildkröten merken auch im Kühlschrank, wenn es Frühjahr wird!

 

Temperaturen während der Winterruhe:

Die Temperaturen sollten im Idealfall zwischen 5 °C und 10 °C liegen. Müssen die Tiere im unbeheizten Keller untergebracht werden, so ist zuvor zu überprüfen, ob diese Temperaturen auch eingehalten werden. Viele Keller erweisen sich als zu warm!

In diesem Fall sollte man überlegen, ob eine Überwinterung im Freiland möglich ist.

 

Beginn der Winterruhe

In den ersten Tagen der Winterruhe ist stets zu überprüfen, ob sich alle Tiere auch an die “verordnete” Winterruhe halten. Gerade Tiere, die ihre erste Winterruhe durchführen, möchten sich manchmal noch nicht gleich damit abfinden. Ebenfalls kann es große Schwierigkeiten mit Landschildkröten geben, die bereits viele Jahre alt sind und bisher noch gar keine Winterruhe kennengelernt haben.

Erfahrungsgemäß ist in diesen Fällen lediglich die Anfangszeit schwieriger. Doch letztendlich schlafen diese Landschildkröten genauso gut wie die anderen Tiere … und wachen ebenfalls aus ihrer Winterruhe wieder auf.

 

Ähnliche Beiträge:

 

Hier noch ein interessantes youtube – Video (von hmts02) - auch wenn es nicht viel mit dem Thema Winterruhe von Landschildkröten zu tun hat:

Landschildkröte in der Wohnung

www.schildis.at Speedy, unsere Griechische Lanschildkröte ist superschnell! Eine Landschildkröte verfolgt mich mit riesen Schritten …
 

Neue Landschildkröten – Winterruhe Auktionen auf eBay:

Steppenschildkröte – Russische Landschildkröte – Vierzehen Landschildkröte

Steppenschildkröte – Russische Landschildkröte – Vierzehen Landschildkröte

Steppenschildkröte

Steppenschildkröte

Ebenfalls stark als Haustier vertreten sind die so genannten ” Vierzehen Landschildkröten “ oder auch ” Steppen Landschildkröten ” oder auch ” Russische Landschildkröten ” genannt. Wie die zahlreichen Namen bereits ankündigen, sind diese Tiere Steppen-Bewohner und stammen aus dem asiatischen Raum.

 

Steppenschildkröte – Klassifizierung und Monographie 

 

Klasse: Kriechtiere (Reptilia)

Ordnung: Schildkröten (Testudinata)

Familie: Landschildkröten (Testudinidae)

Gattung: Testudo

 

Art: Vierzehen Landschildkröte  / Steppenschildkröte   ( Testudo horsfieldii )

Unterarten:

Aktuell wird in drei Unterarten unterschieden:

  • Testudo horsfieldii horsfieldii (Gray, 1844)  
  • Testudo horsfieldii rustamovi (Chikhikvadze et al., 1990) 
  • Testudo horsfieldii kazachstanica (Chikhikvadze, 1988)

  

Steppenschildkröte – Typische Merkmale:

  • Sehr flacher und ebener Rückenpanzer, von oben meist rundlich wirkend
  • das auffälligste Merkmal: “nur” 4 Krallen an den Vorderfüßen (- an den Hinterfüßen 5 Krallen)

 

Größe:

  • Weibchen: bis ca. 25 cm
  • Männchen: etwas kleiner (bis ca. 20 cm)

 

Gewicht:

  • bis ca. 700 g bis 2.000 g 

 

Alter:

 Diese Landschildkröten können unter guten Bedingungen 50 bis 100 Jahre alt werden – vergleichbar mit dem Alter von Menschen.

 

Natürlicher Lebensraum:

  • Steppen Mittelasiens, zum Teil Sand und Lehmwüsten (Kaspisches Meer, Kasachstan bis nach West-China)
  • Steppen/Savannengebiete, teilweise mit trockenen und heißen Sommern und kalten Wintern
  • viel Sonne, zahlreiche Verstecke (in Erdhöhlen)
  • insgesamt wenig Niederschläge

 

Lebensweise:

Steppenschildkröte ist ein tagaktives und wechselwarmes Tier. Insgesamt kann dieses Tier Temperaturschwankungen und insbesondere kühlere Sommertage besser “verkraften” als beispielsweise die Griechischen Landschildkröte. Das bedeutet, dass die Steppenschildkröte auch bei ungemütlicher Witterung eher noch aktiv ist. Typisch ist insbesondere ihre Vorliebe zum Graben. Auch im Freigehege können meterlange Gänge schnell ins Freiland führen, wenn keine entsprechende Absicherung getroffen wurde. 

Bekannt ist die Steppenschildkröte auch dafür, dass sie manchmal eine kleine Sommerruhephase einlegt; das heißt sie zieht sich eine zeit-lang in eine Höhle zurück und reduziert auch ihre Nahrungsaufnahme. Diese Schildkrötenart hat sich in dieser Form auf das schlechte Nahrungsangebot im heißen und trockenen Hochsommer eingestellt.

In ihrer Lebensweise ist sie durchaus mit den griechischen Landschildkröten vergleichbar:

Temperaturen sollten im Sommer tagsüber nicht unter 18 °C absinken. Sie sind bei Temperaturen zwischen 25 und 30 °C am aktivsten. In den kalten Monaten halten die Tiere Winterruhe (bei Temperaturen zwischen 4-10 °C).

 

Nahrung der Steppenschildkröte:

  • ist überwiegend Pflanzenfresser (herbivore)
  • Blätter, Gräser, Kräuter und unbedingt auch Wasser! 
 
Hier noch ein schönes youTube – Video einer fressenden Steppenschidkröte im Freiland (by frankforterwortscht):

Video Steppenschildkröte

Eiablage bei Landschildkröten

Nach der Eiablage wird das Ei in der Grube verräumt.Griechische Landschildkröte,Testudo hermanni hermanni,Westrasse,Südfrankreich bei La Croix-Valmer

Video Landschildkröten nach der Winterstarre und beim Fressen

Video – Landschildkröten nach der Winterstarre

In den ersten Tagen nach Beendigung der Winterstarre ziehen sich einige Landschildkröten noch für kurze Zeit zurück. Andere aber sind schon recht aktiv und fangen sogleich mit der Nahrungsaufnahme an.

Video – Landschildkröten beim Fressen

Breitrandschildkröte und Griechische Landschildkröte bei der Futteraufnahme.

Nahrung der Landschildkröten

Video – Landschildkröten beim Fressen

In ihrer Heimat durchstreifen die Tiere die mediteranen Wiesen auf der Suche nach Futter.Hauptnahrung bei uns sind Löwenzahn,Klee und alle Salatsorten.Ab und zu sollte auch eine Gier nach tierischem Eiweiß erfüllt werden,einmal pro Woche.

Griechische Landschildkröten

Jungtiere der Griechischen Landschildkröte beim fressen von (www.reptil.de)


Video – Griechische Landschildkröten

Video – Landschildkröten

Hier sind wieder 2 interessante Video ‘s über griechische Landschildkröten im Freiland:

Unsere Schildkröten


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Landschildkröten

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Haltung von Landschildkröten im Terrarium

Landschildkröten im Terrarium

Ist die dauerhafte Haltung von Landschildkröten im Terrarium möglich, auch wenn kein Garten vorhanden ist?

Gerade in Berlin wird häufig die Frage gestellt, ob man Landschildkröten auch dauerhaft im Terrarium halten kann, da kein Garten vorhanden ist. 

Landschildkröten im Terrarium

Landschildkröten im Terrarium

Grundsätzlich sind meine Erfahrungen, dass die Pflege der Landschildkröten im Terrarium – auch ohne Garten – möglich ist, wenn noch ein Balkon, eine Terrasse oder etwas ähnliches existiert, so dass die Tiere im Sommer auch direktes Sonnenlicht “tanken” können.  

Ansonsten ist das Terrarium immer als Kompromiss zu sehen. Wer sich hierfür entscheidet, muss sich wesentlich mehr mit den Lebensgewohnheiten und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere befassen, als ein Halter mit einem Freigehege. Diese natürlichen Gegebenheiten sollten sich möglichst genau im Terrarium widerspiegeln, damit man nicht Gefahr läuft, dass die Landschildkröten langfristig darunter gesundheitlich leiden müssen.

Terrarium für Landschildkröten

 1. Terrarium – Größe

 Für kleine Landschildkröten muss das Terrarium noch nicht allzu groß sein. Jedoch benötigen zwei ausgewachsene Landschildkröten mit einer Größe von jeweils ca. 25 cm bereits eine Terrariengröße von ca. 2 Quadratmeter (z.B. 2 Meter lang und 1 Meter breit). Für jedes weitere Tier sollte dann auch mindestens ein halber Quadratmeter an Terrarienfläche hinzugerechnet werden.

 

 

2. Terrarium – Bodengestaltung und Einrichtung

Für den Boden eigenen sich Substratgemische aus Sand und Gartenerde (natürlich ungedüngt) oder auch aus Rindenmulch. Der Boden sollte feucht (jedoch nicht nass) gehalten werden und die Landschildkröten sollten sich eingraben können. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Einrichtung: eine kleine Höhle bzw. Bepflanzungen als Versteck, eine flache Wasserschale, eventuell etwas zum klettern … 

 

 

3. Terrarium – Lüftung

Damit die Landschildkröten ausreichend Luft bekommen und kein Hitzestau auftreten kann, sollte im oberen Bereich eine größere Lüftungsöffnung (z.B. Lochplatte) vorhanden sein. Auf jeden Fall muss auf Zugfreiheit geachtet werden.

 

Video: Testudo graeca aus dem Onlineshop: www.awe-terraristik.de 

4. Terrarium – Beleuchtung

Die richtige Beleuchtung ist ein eigenes Thema für sich. Gerade auf diesem Gebiet reagieren die Landschildkröten sehr sensibel. Die Beleuchtung sollte die natürlichen Gegebenheiten bestmöglich widerspiegeln. Es ist daher ein Licht mit einem möglichst hohem UV-Anteil zu wählen. Hier gibt es im Handel spezielle Leuchtstoffröhren für Reptilien.

 

 

Die Intensität kann ferner durch die Wahl eines Reflektors deutlich erhöht werden. Bei Neuanschaffung von Leuchtstofflampen empfiehlt es sich die neuen T5-Röhren zu verwenden. Diese bringen bei gleichem Stromverbrauch eine wesentlich stärkere Lichtleistung.  

 

 

5. Terrarium – Wärmezufuhr

Bei Bedarf muss durch die notwendige Wärmezufuhr durch eine Wärmeplatte oder durch Wärmestrahler erfolgen. Aber Vorsicht – die Tiere sollen nicht “gegrillt” werden. Temperaturen über 40 °C sollten nicht überstiegen werden.

 

 

Programmierbare Schaltuhren sorgen für den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus hinsichtlich der Beleuchtung und des Temperaturverlaufs im Terrarium.

 

 

6. Terrarium – Besonderheiten in der Fütterung

 Während sich die Tiere im Freigehege selbst entscheiden können, wann sie sich in die Sonne legen und wann sie in den Schatten gehen, ist dieser Rhythmus im Terrarium technisch vorgegeben und immer konstant.

 

 

Analog verhält es sich mit dem Futter. Die Tiere können nicht frei entscheiden, was sie fressen möchten. Sie sind auf die Futtergaben angewiesen. Auch zu reichhaltiges Futter kann zu gesundheitlichen Folgeschäden führen. Analog kann es in Terrarienhaltung erforderlich sein, Vitamine und Kalzium zusätzlich zu verabreichen. Die Gefahr liegt auch hierbei wieder in der Überdosierung dieser Zugaben.

 

 

 

7. Winterruhe

Auch Landschildkröten im Terrarium benötigen eine Winterruhe für ihren natürlichen Biorhythmus. Hier ist vor Beginn der Winterruhe eine abfallende Terrarientemperatur im Herbst zu simulieren.  

 

 Fazit:

Auch wenn kein Garten vorhanden ist, kann die Haltung von Landschildkröten möglich sein. Versuchen Sie den Landschildkröten jedoch so oft wie möglich, den Zugang zu natürlicher Sonne zu gewähren. Das Terrarium muss vergleichsweise groß sein und benötigt eine sehr gute technische Ausstattung, um annähernd den Ansprüchen von Landschildkröten gerecht zu werden.

 

 


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