Was Schildkrötenhalter in Berlin jetzt wissen und beachten müssen
In städtischen Gebieten wie Berlin werden Füchse zunehmend zu einem Problem – nicht nur für Mülltonnen oder Hühnerställe, sondern auch für Tierfreunde, die ihre Landschildkröten artgerecht im Garten halten. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Wildbesuch wirkt, kann in Wahrheit eine tödliche Gefahr für Schildkröten darstellen.
Der Fuchs als Stadtbewohner: Schlau, anpassungsfähig und immer auf der Suche
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) hat sich hervorragend an das Leben in der Stadt angepasst. Inzwischen ist er kein scheuer Waldbewohner mehr, sondern durchstreift Berliner Parks, Grünanlagen, Hinterhöfe und eben auch Gärten. Mülltonnen, Komposthaufen und leicht zugängliche Tiergehege machen den urbanen Lebensraum für ihn attraktiv. Viele Menschen bemerken den Fuchs gar nicht.
Wann schlägt der Fuchs zu? Jagdzeiten und Aktivitätsmuster
Füchse sind dämmerungs- und nachtaktiv, sie jagen hauptsächlich in den frühen Morgenstunden und am späten Abend. Doch besonders in der Brutzeit im Frühjahr und Sommer (März bis Juli) sowie im Spätherbst, wenn Nahrung knapp wird, kann es vorkommen, dass ein hungriger Fuchs auch tagsüber aktiv wird. Dann steigt das Risiko enorm – besonders für Gartenbewohner wie Landschildkröten, die sich tagsüber sonnen und im Freigehege aufhalten.
Warum sind Schildkröten gefährdet?
Landschildkröten bewegen sich langsam, sind geräuschlos und verfügen über keinen Fluchtinstinkt. Aus der Sicht eines Raubtiers wie des Fuchses sind sie eine leicht zu erbeutende Nahrungsquelle.
Zwar schützt der Panzer die Schildkröte bedingt, doch Füchse sind kräftig genug, um junge und auch erwachsene Landschildkröten zu verletzen oder zu töten. Sie versuchen häufig, die Tiere umzudrehen oder beißen in die Extremitäten, wenn der Panzer selbst nicht durchdringbar ist. Die Folge: gebrochene Panzer, abgerissene Gliedmaßen oder tödliche Verletzungen.
Wie verhalten sich Schildkröten bei Gefahr?
Landschildkröten besitzen keine aktive Verteidigung. Bei Gefahr ziehen sie sich reflexartig in ihren Panzer zurück – das war in ihrer natürlichen Umgebung meist ein zuverlässiger Schutzmechanismus. Gegen intelligente und hartnäckige Jäger wie Füchse reicht das jedoch nicht aus.
Ein Fuchs kann minutenlang versuchen, eine Schildkröte zu drehen, zu beißen oder gegen einen Stein zu schleudern – bis das Tier schwer verletzt oder tot ist. Oftmals tragen Füchse ihre Beute auch fort, um sie an einem ruhigen, sicheren Ort – wie etwa unter Büschen, in einem Bau oder hinter einer Gartenlaube – ungestört fressen oder für später verstecken zu können.

Was können Halter tun, um ihre Schildkröten zu schützen?
Wer seine Landschildkröten im Garten hält, muss zwingend präventive Maßnahmen ergreifen:
1. Gehege fuchssicher umzäunen
Ein einfacher Gartenzaun reicht nicht aus. Der Zaun sollte:
-
mindestens 60 cm hoch und
-
30 cm tief in die Erde eingegraben sein (Füchse graben!).
Ein feinmaschiger Volierendraht ist zu empfehlen, um auch Jungtiere zu schützen.
2. Gehegedach nicht vergessen
Ein Fuchs kann springen und klettern – deshalb ist ein stabiles Drahtdach Pflicht! Es schützt nicht nur vor Füchsen, sondern auch vor Mardern, Greifvögeln und Katzen.
3. Schlafhäuser sichern
Die Schlaf- und Überwinterungshäuschen sollten mit stabilen Türen versehen werden, die nachts geschlossen werden können. Auch hier gilt: lieber zu massiv als zu dünnwandig.
4. Wildkamera im Garten installieren
Eine bewegungsgesteuerte Kamera kann Hinweise geben, ob sich regelmäßig ein Fuchs im Garten aufhält. Frühzeitige Warnzeichen helfen bei der Gefahreneinschätzung.
Fazit: Fuchsgefahr ernst nehmen – rechtzeitig handeln
Ein Fuchs im Garten ist kein Grund zur Panik – aber sehr wohl ein Alarmzeichen für alle, die Landschildkröten halten. Einmal entdeckt, kommt der Fuchs mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder.
Nur mit einem sorgfältig gesicherten Freigehege, durchdachtem Gehegedesign und wachsamer Haltung lassen sich tragische Vorfälle vermeiden. Der Schutz eurer Tiere beginnt nicht erst bei Sichtkontakt mit einem Fuchs, sondern mit einer vorausschauenden Haltung.